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Römische Kaiserzeit, Titus, Sesterz 80, ss+/vz

Römische Kaiserzeit, Titus, Sesterz 80, ss+/vz
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Produktbeschreibung

Titus 79-81. Messing-Sesterz 32 mm 80 Rom. Kopf l. mit Lorbeerkranz IMP T CAES VESP AVG P M TR P P P COS VIII / FELICIT PVBLIC S C Felicitas l., hält Zepter und Füllhorn. RIC 144; sehr schön + / vorzüglich, raue Oberfläche

Zusatzinformation

Gebiet 1 Römische Kaiserzeit
Regent Titus
Regierungszeit 79-81
Nominal Sesterz
Prägezeit 80
Münzstätte Rom
Material Messing
Erhaltung sehr schön + / vorzüglich
Erhaltungszusatz raue Oberfläche
Katalog RIC 144
Gewicht 22,58 g
Durchmesser 32 mm
Artikelnummer 50078

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Historisch-Numismatische Hintergrundinformationen


Titus

Titus

Titus wurde am 30. Dezember 39 n.Chr. in Rom geboren. Seine Erziehung fand am kaiserlichen Hof statt, da sein Vater, der spätere Kaiser Vespasianus, eine hohe Position im Militär bekleidete. Schon früh wurden die hervorragenden Eigenschaften des Knaben erkannt und entsprechend gefördert.

Titus

Im Jahre 66 befand er sich mit seinem Vater im jüdischen Krieg, nahm 67 an der Belagerung der Stadt Iotapata teil und eroberte Iapha (Jaffa). Über die Ereignisse dieses Krieges sind wir durch die Berichte des Geschichtsschreibers Flavius Josephus bestens unterrichtet. Dieser jüdische Adlige fiel in die Hand der Römer, wurde aber von Titus protegiert, nahm mit ihm an allen Feldzügen teil und schrieb darüber sein berühmtes Geschichtswerk Bellum Judaicum (Der Jüdische Krieg).

Titus

Als Nero 68 ermordet wurde, sandte Vespasianus seinen Sohn nach Rom, um dem neuen Herrscher Galba seine Huldigung zu erweisen. Da die politischen Verhältnisse in Rom zu instabil waren, kehrte Titus bald zu seinem Vater zurück. Vespasianus ließ sich von seinen Legionen zum Augustus ausrufen und machte sich auf die Reise nach Rom, um dort die Herrschaft zu übernehmen. Im Jahr 69 ernannte Vespasianus seine beiden Söhne Titus und Domitianus zu Caesaren, den vorbestimmten Nachfolgern. Ein Jahr später wurde Titus wieder nach Judäa gesandt, um den noch immer andauernden Krieg zu beenden. Im April 70 zog Titus ein großes Heer von fünf Legionen zusammen und belagerte Jerusalem. Er errichtete eine große Mauer um die Stadt, zermürbte die Einwohner durch fortwährende Kämpfe und steckte schließlich die Stadt in Brand. Dabei ging der jüdische Tempel in Flammen auf und brannte bis auf die Grundmauern ab. Die berühmte "Klagemauer" ist ein Überbleibsel dieses Ereignisses, einer der letzten Reste des berühmten Tempels von Salomon.

Titus

Anfang September wurde Jerusalem nach einem furchtbaren Blutbad erobert und geplündert. Die wertvollsten Heiligtümer der Juden - die Bundeslade und der siebenarmige Leuchter - fielen in römische Hand. Sie wurden nach Rom gebracht und dort im Triumphzug vorgeführt.

Jeder Rombesucher, der im Forum Romanum heute durch den Titusbogen schreitet, sieht dieses "Weltereignis" als Steinrelief abgebildet. Als Vespasianus am 23. Juni 79 starb, wurde Titus Nachfolger. Sein Titel als Herrscher lautete IMPERATOR CAESAR TITUS VESPASIANUS AUGUSTUS. An den Anfang seiner kurzen Regierungszeit fielen mehrere Katastrophen. Am 24. August 79 brach der Vesuv aus und verschüttete die Ortschaften Pompeji und Herculaneum. Ein Jahr später zerstörte ein großes Feuer Teile des Stadtzentrums Roms und des Kapitols. Im gleichen Jahr wütete die Pest.

Titus setzte staatliche und persönliche Mittel ein, um das entstandene Leid zu mildern und erwarb sich dadurch große Achtung bei der städtischen Bevölkerung. Trotz dieser Katastrophe führte er den Bau der ersten steinernen Arena Roms zu Ende. Im Jahre 80 wurde das Amphitheatrum Flavium - das Kolosseum - seiner Bestimmung übergeben.

Im Sommer 81 reiste Titus von Rom in das Sabinerland. Im ersten Nachtquartier bekam er einen Fieberanfall. In der Stadt Paterno, im gleichen Landhaus, in dem sein Vater Vespasianus gestorben war, erlag er am 13. September 81 der Malaria. Seine besonnene Handhabung der Regierungsgewalt machte ihn sehr beliebt. Beredtes Zeugnis davon ist der Titusbogen in Rom. Dieser Triumphbogen verherrlicht das Wirken des Kaisers über sein Ableben hinaus, wurde er doch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte nach seinem Tode erst errichtet.

Zur Münzgeschichte: Die ersten Münzen mit dem Portrait Titus' wurden bereits 69 geprägt, als er noch den Titel Caesar trug. Während seiner kurzen Regierungszeit als Augustus fallen besonders zwei Münzreihen ins Auge. Die Edelmetallprägung des Jahres 80 zeigt fast ausschließlich die heiligen Lagerstätten römischer Gottheiten und beigegebene Symbole benennen die jeweiligen Götter. Ein Blitz auf einem Thron steht für das "pulvinar Jupiters und Junos", der um einen Anker gewundene Delphin ist das Symbol des Meeresgottes Neptun. Diese Münzreihe wurde geprägt, um die römischen Götter nach der Katastrophe des Vesuvausbruchs gnädig zu stimmen.

Titus

Eine äußerst ungewöhnliche Reihe der Erzmünzen ist als "Restitutionsprägungen" bekannt. Dies sind sehr gute Kopien von Münzen früherer Herrscher, die Inschrift der Rückseite weist die Prägung aber als "Restitution" durch Titus aus. Fast alle Herrscher von Augustus bis Galba werden so erneut abgebildet, dazu einige berühmte Mitglieder der Kaiserhäuser wie Agrippa oder Germanicus. Der Sinn dieser Münzreihe ist noch nicht ganz gedeutet. Möglicherweise war dies ein Versuch, die neue Dynastie der Flavier mit dem vergangenen Geschlecht der julisch-claudischen Herrscher zu verbinden. Die berühmteste Münze aus Titus' Regierungszeit ist der Sesterz mit der Abbildung des neueröffneten und vollbesetzten Kolosseums.


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