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Römische Kaiserzeit, Plautilla, Frau des Caracalla, Denar 202-205, vz

Römische Kaiserzeit, Plautilla, Frau des Caracalla, Denar 202-205, vz

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Produktbeschreibung

Plautilla, Frau des Caracalla +211. Denar 19 mm 202-205 Rom. Drapierte Büste r. PLAVTILLA AVGVSTA / CONCORDIA AVGG Concordia l., hält Schale und Zepter. RIC 363; vorzüglich
gelbgoldene Tönung

Zusatzinformation

Gebiet 1 Römische Kaiserzeit
Regent Plautilla, Frau des Caracalla
Regierungszeit +211
Nominal Denar
Prägezeit 202-205
Münzstätte Rom
Material Silber
Erhaltung vorzüglich
Katalog RIC 363
Gewicht 3,47 g
Durchmesser 19 mm
Artikelnummer 73414

Historisch-Numismatische Hintergrundinformationen


Plautilla, Frau des Caracalla

Plautilla, Frau des Caracalla

Sie war die Gattin eines römischen Kaisers und trug den Ehrentitel einer Augusta, ihre Mitgift soll ausreichend für fünfzig Königinnen gewesen sein - und doch wissen wir über PUBLIA FULVIA PLAUTILLA nicht viel mehr, als dass sie geheiratet hat und ermordet wurde. Ihr Leben folgte nur einem einzigen Zweck: den Zielen der politischen Interessen ihres machtgierigen Vaters dienlich zu sein.

Dieser Mann, Caius Fulvius Plautianus, war ein Jugendfreund des Kaisers Septimius Severus (193-211). Beide stammten aus Leptis Magna in Nordafrika (heute Libyen). Während der Machtkämpfe um den Thron (193) stand Plautinus fest auf Seiten seines Freundes und hatte am Sieg des Severus maßgeblichen Anteil. Obwohl niederer Herkunft wurde er alsbald in den Senat aufgenommen und zum Consul und Pontifex (Priester) gewählt. Er verstand es, sich immer größeren Einfluss auf den Kaiser zu verschaffen. Als Präfekt der Garde kontrollierte er das politische Leben in Rom. Ohne seine Zustimmung erhielt niemand Zutritt beim Herrscher.

Auch wirtschaftlich nutzte Plautianus seinen Einfluss. Neben - vielleicht sogar vor dem Kaiser - wurde er in kurzer Zeit zum reichsten Mann im Römischen Reich. Doch weder der immense Einfluss noch das sagenhafte Vermögen mochten Plautianus vollkommen zu befriedigen. Er suchte die verwandschaftliche Bindung an das Kaiserhaus. Schon früh plante der Gardepräfekt, seine Tochter Plautilla mit dem ältesten Sohn des Kaisers zu vermählen. Der Vater machte rechtzeitig publik, daß Plautilla eines Herrschers würdig und ihr Vorleben ohne jeden Makel war. So gab er anlässlich einer Ägyptenreise des Kaisers und seiner Familie im Jahre 199 seiner Tochter ein Gefolge von 100 Eunuchen mit. Es wird berichtet, daß zu diesem Zweck nicht nur Knaben sondern sogar verheiratete Männer kastriert worden sein sollen. Plautianus erreichte sein Ziel.

Plautilla, Frau des Caracalla

Am 9. April 202 wurde Plautilla mit Caracalla vermählt. Die Feierlichkeiten dieser Märchenhochzeit dauerten sieben Tage. Gladiatorenspiele wurden abgehalten, zu denen ganz Rom eingeladen war.

Der Ehemann war bei der Hochzeit gerade 16 Jahre alt, trug aber bereits den Titel eines Augustus. Er war mit der Vermählung nicht einverstanden, denn er hasste seinen Schwiegervater aus tiefster Seele. Plautianus versuchte schon seit längerem, einen Keil zwischen Septimius Severus und dessen Gattin Julia Domna zu treiben. Er erkannte, daß diese hochgebildete Frau seinen Plänen im Wege stand. Caracalla stand auf Seiten seiner Mutter und hatte der Hochzeit vermutlich nur der politischen Räson wegen zugestimmt. Er betrachtete Plautilla nie als seine Ehefrau. Kinder entsprangen dieser Verbindung nicht. Im Januar 205 zettelte Caracalla eine Verschwörung gegen Plautianus an. Während einer Privataudienz beim Kaiser präsentierte Caracalla drei Zeugen, die von Umsturz- und Mordabsichten des Gardepräfekten berichteten. Severus schenkte diesen Zeugen nur zu gerne Glauben und Plautianus wurde noch während der Audienz getötet. Das eingezogene Vermögen war so bedeutend, daß ein hoher kaiserlicher Beamter zur Verwaltung des Reichtums abgestellt werden musste. Caracalla ließ sich umgehend von der ungeliebten Gattin scheiden. Zusammen mit ihrem Bruder verbannte er sie auf die Insel Lipara vor Sizilien. Im Februar 211, nach dem Tode des Septimius Severus, wurde Plautilla auf Befehl Caracallas hingerichtet.

Plautilla, Frau des Caracalla

Zur Münzgeschichte: Wie es einer Augusta zukam, wurden für Plautilla Münzen in allen Nominalen und Metallen geprägt. Die weiblichen Gottheiten auf den Münzen symbolisieren frauliche Tugenden. Pietas ist Göttin der Frömmigkeit, Venus steht für die Liebe und Diana ist Schützerin des weiblichen Lebens.

Plautilla, Frau des Caracalla

Anlässlich der Vermählung Caracallas mit Plautilla wurde im Jahre 202 eine spezielle Münzserie aufgelegt. Die Münzen zeigen das Herrscherpaar, wie es sich die Hände reicht. Die Umschrift beschwört die Eintracht (CONCORDIA) des neuen Paares oder feiert den Zuwachs in der Herrscherfamilie (PROPAGO IMPERI). Diese einzigartige Umschrift wird durch den Einfluss von Plautillas Vaters entstanden sein.


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