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Römische Kaiserzeit, Vitellius, Denar, ss-vz

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Produktbeschreibung

Vitellius 69. Denar 19 mm Rom. Kopf r. mit Lorbeerkranz A VITELLIVS GERMAN IMP TR P / SPQR OB C S im Kranz. RIC 83; sehr schön - vorzüglich, kl. Kratzer
herrliches ausdrucksstarkes Portrait und schöne dunkle Tönung

Zusatzinformation

Gebiet 1 Römische Kaiserzeit
Regent Vitellius
Regierungszeit 69
Nominal Denar
Münzstätte Rom
Material Silber
Erhaltung sehr schön - vorzüglich
Erhaltungszusatz kl. Kratzer
Katalog RIC 83
Gewicht 3,06 g
Durchmesser 19 mm
Artikelnummer 75767

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Historisch-Numismatische Hintergrundinformationen


Vitellius

Vitellius

Als Mitglied einer angesehenen römischen Familie wurde AULUS VITELLIUS am 7. September 12 n.Chr. geboren. Die Familie pflegte enge Beziehungen zum julisch-claudischen Herrscherhaus. Seine Kindheit verbrachte Vitellius auf dem Anwesen der Familie auf Capri, möglicherweise in Nachbarschaft zu Kaiser Tiberius, der sich mehrere Jahre auf diese Insel zurückgezogen hatte. Vitellius' Vater war ein enger Vertrauter und Berater des Kaisers Claudius. Nach seinem Tod wurde ihm auf dem Forum eine Statue gewidmet mit der Inschrift "Von unerschütterlicher Treue zu seinem Kaiser". Aulus Vitellius hatte jedoch weder das politische, militärische noch charakterliche Vermögen seines Vaters. Er erhielt seine Ämter wohl nur aufgrund der väterlichen Verdienste und der herausragenden Stellung seiner Familie.

Am 1. Dezember 69 übernahm Vitellius das Amt des Oberbefehlshabers in Untergermanien. Er traf auf Streitkräfte, die sich kurz vor einer Meuterei befanden. Die Soldaten hatten gerade den Aufstand des Vindex niedergeschlagen und waren sich in dieser Zeit der Wirren ihrer Machtposition durchaus bewußt. Vitellius machte sich bei den aufrührerischen Truppen durch Milde und Ämterpatronage beliebt - und als zwei Legionen den fälligen Treueid auf Kaiser Galba am 1.Januar 69 verweigerten, ergriff Vitellius seine Chance und ließ sich am nächsten Tag in Colonia Agrippinensis (Köln) zum Herrscher ausrufen. Unter Führung zweier fähiger Generäle marschierten Vitellius' Truppen gegen Rom und besiegten am 14. April bei Cremona in Oberitalien die Armee Othos. Vitellius blieb noch einige Zeit in Germanien, um frische Truppen auszuheben, und traf erst am 17. Juli in Rom ein. Am nächsten Tag nahm er die Titel "Augustus" sowie "Pontifex Maximus" an. Der neue Herrscher sah sich sofort größten Schwierigkeiten gegenüber. Am 1. Juli hatten die Truppen des Ostens in Alexandria Vespasianus zum Kaiser ausgerufen. Er war der "starke Mann" mit größtem Rückhalt bei Truppen und Verwaltung, Vitellius nur die Notlösung aufgrund der Situation in Germanien. Auch die Donaulegionen, die kurz zuvor noch Otho unterstützt hatten, bekannten sich zu Vespasianus. Dieser betraute zwei fähige Generäle mit der Führung seiner Truppen, die bald darauf in Italien einmarschierten. Am 24. Oktober kam es wiederum bei Cremona zu einer Schlacht, die mit einer vernichtenden Niederlage der Vitellianer endete. Noch war aber die Stadt Rom nicht erobert. Der Stadtpräfekt Flavius Sabinus, ein Bruder Vespasians, hatte Vitellius schon überredet, gegen Garantie seines Lebens sowie hundert Millionen Sesterze auf sein Amt zu verzichten, als die germanischen Hilfstruppen in der Stadt diesen Verkauf des Kaiseramtes vereitelten. In blutigen Straßenkämpfen zog sich Sabinus auf das Kapitol zurück, wo er und viele Anhänger schließlich umkamen. Bei diesen Gefechten wurde der altehrwürdige Tempel des Jupiter Capitolinus ein Raub der Flammen und Domitianus, der Sohn des Vespasianus, entging nur mit Glück dem Schicksal seines Onkels.

Mittlerweile hatten die in Cremona siegreichen Truppen Rom erreicht und stürmten in die Stadt. Dort kam es zu grausamen Kämpfen zwischen "Flavianern" und "Vitellianern", die der römische Historiker Tacitus eindrucksvoll schildert: "Unmittelbar neben den Kämpfenden stand der städtische Pöbel, schaute zu wie bei einem Gladiatorenkampf und feuerte mit Geschrei und Applaus bald die einen, bald die anderen an. Sooft eine Partei zurückgewichen war, schrien die Leute, falls sich welche in Läden versteckt oder in ein Haus geflüchtet hatten, man solle sie herausholen und ihnen "den Rest geben". In der ganzen Stadt war es derselbe schreckliche und widerliche Anblick: hier Straßenkämpfe, Verwundete, da Bäder und Restaurants voll in Betrieb, zur selben Zeit Blut und Leichenhaufen, und gleich daneben die Prostituierten und Strichjungen.

Auch zu früheren Zeiten waren schon bewaffnete Heere in der Stadt aufeinander geprallt. Das Neue jetzt war die unmenschliche Ungerührtheit, mit der die Menge dem zusah, und daß die Amusements der Großstadt nicht den kleinsten Moment unterbrochen wurden“. (Übersetzung von Ch. Neumeister) Es siegten schließlich die flavischen Truppen. Vitellius verbarg sich im Palatium, das mittlerweile von allen Bediensteten verlassen worden war. Dort fand man ihn im Raum des Pförtners, den er mit Bett und Matratze verrammelt hatte. Halbnackt, die Hände auf dem Rücken gefesselt, trieben die Soldaten ihn die Via Sacra entlang, den Weg des Triumphzuges, und trieben ihren Spott mit dem einstigen Kaiser Roms. Sein Leidensweg endete an den Gemonien, der Hinrichtungsstätte für Schwerverbrecher. Er wurde durch unzählige kleine Stiche zu Tode gefoltert, sein Leichnam mit einem Haken in den Tiber geschleift.

Zur Münzgeschichte: Die Münzstätte in Rom prägte erst vom 19. April an in Rom Münzen für Vitellius, an diesem Tag wurde er durch den Senat anerkannt. Das Geld, das Vitellius vorher benötigte, ließ er in Tarraco in Spanien und Lugdunum (Lyon) in Gallien prägen. Die Titulatur seiner Münzen weist einige Besonderheiten auf. Seit seiner Akklamation bezeichnete sich Vitellius als "Germanicus", diesmal nicht als Siegesname zu verstehen, sondern aufgrund seiner Erhebung in Germanien. Den Titel "Caesar" nahm er nie an und er erscheint auch nicht auf Münzen. Die Münzrückseiten betonen besonders den militärischen Aspekt der Treues des Heeres - FIDES EXERCITVVM - oder der Eintracht aller Bevölkerungsschichten - CONCORDIA. Sehr seltene Prägungen zeigen die Kinder des Herrschers - der zögerliche Versuch einer Dynastiegründung.

Die schönsten Münzen des Vitellius sind seine Sesterzen, die oft ein faszinierendes Portrait zeigen. Die antiken Schriftsteller zeichnen keinen guten Charakter des Kaisers, seine größten Laster seien Schlemmerei und Grausamkeiten gewesen. Inwieweit die aufgeführten Einzelheiten der Wahrheit entsprechen mag dahingestellt sein - die Schlemmereien jedenfalls spiegeln sich in seinen Portraits.


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