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Römische Kaiserzeit, Licinius II., Follis 317-320, f.vz

Römische Kaiserzeit, Licinius II., Follis 317-320, f.vz
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Produktbeschreibung

Licinius II. 317-324. AE-Follis 19 mm 317-320 Alexandria. Gepanzerte Büste l. mit Helm, Speer und Schild DN VAL LICIN LICINVS NOB C / IOVI CONSERVATORI Jupiter l., hält Zepter mit Adler und Victoria auf Globus; zu seinen Füßen, Adler l. und Gefangener r.; Mzz. X-IIG/SMALB. RIC 30; fast vorzüglich, braune Patina
herrliches Portrait in Rüstung

Zusatzinformation

Gebiet 1 Römische Kaiserzeit
Regent Licinius II.
Regierungszeit 317-324
Nominal Follis
Prägezeit 317-320
Münzstätte Alexandria
Material AE
Erhaltung fast vorzüglich
Erhaltungszusatz braune Patina
Katalog RIC 30
Gewicht 3,48 g
Durchmesser 19 mm
Artikelnummer 62284

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Historisch-Numismatische Hintergrundinformationen


Licinius II.

Licinius II.

Licinius I. (308-324) und Constantin I., der Große (307-337), befanden sich seit Beginn ihrer Herrschaft im Krieg. Kaiser Diocletianus hatte zwar 286 die Tetrarchie (Viererherrschaft) eingeführt, als er realisierte, daß eine Einzelperson das Reich nicht mehr regieren konnte. In der Praxis führte das System aber fortwährend zu Auseinandersetzungen, da weder politische noch territoriale Grenzen deutlich abgesteckt waren. Unter Licinius und Constantin arteten diese Auseinandersetzungen in einen Bürgerkrieg aus. Erst als beide Herrscher erkannten, daß der Gegner nicht zu besiegen war, schlossen sie Frieden. Er wurde am 1. März 317 mit der Ernennung von drei Caesaren gefeiert. Crispus und Constantin II. waren Söhne Constantins, Licinius II. der Sohn des Licinius I.

VALERIUS LICINIANUS LICINIUS IUNIOR war an diesem 1. März des Jahre 317 gerade ein Jahr und sieben Monate alt, aber als Sohn eines Augustus bereits eine politische Person. Als Mitglied der Herrscherfamilie teilte er das Schicksal vieler römischer Kinderkaiser. Sie waren Spielbälle politischer Interessengruppen, wurden von den eigenen Familien ihrer Kindheit beraubt, und oft als noch Unmündige um das gerade begonnene Leben gebracht. Der Frieden zwischen Licinius I. und Constantin dauerte nicht lange. Als Constantin ohne das Einverständnis des Mitkaisers seine beiden Söhne im Jahre 321 zu Konsuln ernannte, sah Licinius darin eine nicht zu tolerierende Begünstigung der Familie Constantins und erkannte die Wahl für den Ostteil des Reiches nicht an. Ein Jahr später gab er diesen Ehrentitel seinem Sohn Licinius II. Dies akzeptierte wiederum Constantin für den westlichen Reichsteil nicht. Kleine politische Sticheleien eskalierten bald zu offener Feindseligkeit. Im Frühjahr 324 wurde der Krieg erklärt, welcher mit einer vernichtenden Niederlage des Licinius endete. Dieser wurde im folgenden Jahr auf Geheiß Constantins hingerichtet.

Obwohl Licinius II. als Sohn der Constantia, einer Schwester Constantins des Großen, mit dem Herrscherhaus verwandt war, blieb dem inzwischen Neunjährigen das Schicksal des Verlierers nicht erspart. Constantin erklärte den Knaben zum Bastard aus einer Verbindung des Licinius mit einer Sklavin. Nach der Aberkennung des Caesarentitels wurde das Kind in den Sklavenstand versetzt und zur Arbeit in einer kaiserlichen Weberei nach Karthago in Nordafrika deportiert. 326 ließ Constantin auch Licinius II. töten.

Zur Münzgeschichte: Während Goldmünzen des jüngeren Licinius gesuchte Raritäten sind, können Bronzemünzen leicht in jede Sammlung eingefügt werden. Folles für den Caesar wurden in allen Münzstätten des Reiches geprägt. Die Typenauswahl dominiert Jupiter als höchste Gottheit, ebenfalls häufig sind zwei Victorien, die einen Schild halten oder ein Kranz mit einer Weihinschrift für den Caesar. Neben der üblichen Vorderseite - Büste mit Lorbeerkranz - zeigen die Münzen zwei Varianten. In den Jahren der Ernennung zum Konsul sieht man Licinius II. in der Tracht des Konsuln mit Mantel, Zepter und mappa (Tuch) in der Hand. Der zweite Typ - Büste in militärischer Kleidung mit Helm, Schild und geschulterter Lanze - wird eine Referenz an die Soldaten sein, deren Einfluss häufig über Wohl und Wehe einer Herrscher-Karriere entschied.


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