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Römische Kaiserzeit, Diocletianus, Follis 297-298, ss-vz

Römische Kaiserzeit, Diocletianus, Follis 297-298, ss-vz
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Produktbeschreibung

Diocletianus 284-305. AE-Follis 30 mm 297-298 Heraclea. Kopf r. mit Lorbeerkranz IMP C C VAL DIOCLETIANVS P F AVG / GENIO POPVLI ROMANI Genius l. mit Füllhorn opfert aus Schale; Mzz. HTB. RIC 19a; sehr schön - vorzüglich, leicht belegt
Reste von Silbersud, grüne/braune Patina

Zusatzinformation

Gebiet 1 Römische Kaiserzeit
Regent Diocletianus
Regierungszeit 284-305
Nominal Follis
Prägezeit 297-298
Münzstätte Heraclea
Material AE
Erhaltung sehr schön - vorzüglich
Erhaltungszusatz leicht belegt
Katalog RIC 19a
Gewicht 12,15 g
Durchmesser 30 mm
Artikelnummer 67636

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Historisch-Numismatische Hintergrundinformationen


Diocletianus

Diocletianus

Absoluter Herr und Reformer: Wie viele andere Soldatenkaiser jener chaotischen Zeit kam auch GAIUS VALERIUS DIOCLETIANUS, um 240 aus einfacher Familie in Dalmacien geboren, als Soldat über das Amt des Befehlshabers der Leibwache an die Spitze des römischen Staates.

Nachdem der Versuch des Kaisers Carus (282/3) mit seinen Söhnen Numerianus und Carinus eine neue Dynastie zu gründen, durch ihren vorzeitigen Tod gescheitert war - am Tode Numerians scheint Diocletianus nicht völlig unbeteiligt gewesen zu sein - beschritt der neue Kaiser einen anderen Weg zur Sicherung der Herrschaft: Diocletianus schuf die Tetrarchie (4 - Männerherrschaft), ein Kollegium aus je zwei Augusti (Diocletianus und Maximianus Herculius) und Caesares (Galerius Maximianus und Constantius Chlorus).

Diocletianus

Rom verlor seine Rolle als Hauptstadt. 4 neue Zentren hatten sie zu erfüllen, darunter insbesondere Trier und Nicomedia. Das Reich wurde in 100 Provinzen und 12 Diozösen neu gegliedert. Es wurde ein großer Beamtenapparat aufgebaut. Das Heer bestand nun aus 70 verkleinerten Legionen mit einer starken Kavallerie als Eingreifreserve. Ein Preisstopp und eine Währungsreform sollten die Inflation bekämpfen. Die Berufe wurden erblich, die Bauern an den Boden gebunden.

Darüberhinaus versuchten die beiden Augusti, die sich die Beinamen Jovius (Jupiter) bzw. Herculius (Hercules) zulegten, den Kaiserkult durch diese Gleichsetzung mit Göttern zu stärken. Das von ihnen entwickelte Hofzeremoniell stellte sie nunmehr eindeutig über ihre Untertanen. Dominus (Herr über Leben und Tod) hieß die neue Anrede. Im ganzen hatte sich das römische Imperium zu einem Zwangsstaat entwickelt. Immerhin konnte mit all den Maßnahmen eine innere und äußere Stabilität erreicht werden.

Mit der Errichtung des neuen Kaiserkultes und mit den Maßnahmen zur Konsolidierung des Reiches hingen auch die Christenverfolgungen zusammen, die unter Diocletianus erneut einsetzten und von Galerius Maximianus in besonders scharfer Form betrieben wurden.

Wie geplant, dankten nach einer fast 20-jährigen Regierungszeit die beiden Augusti ab (305), die Caesares sollten nachrücken und ihrerseits neue Nachfolger wählen. Als neue Caesaren gewählt wurden Severus II. und Maximinus II. Daia.

Diocletianus

Aber wie die nachfolgenden Ereignisse zeigten, funktionierte das System schon ein Jahr später nach Erlöschen der 2. Tetrarchie nicht mehr. Constantius Chlorus war gestorben (306) und man konnte sich zunächst auf keinen Nachfolger einigen. Wieder begann der Kampf der Herrscher untereinander. Nach seiner Abdankung zog sich Diocletianus als Privatmann nach Split (Jugoslawien) in seinen riesigen Palast zurück. Diocletianus musste noch einmal bei der Konferenz in Carnuntum eingreifen, wo eine gütliche Regelung der Nachfolge gelang. Er selbst jedoch übernahm kein Regierungsamt mehr. Er starb im Jahre 316.

Zur Münzgeschichte: Um die inflationäre Währung zu stabilisieren, standartisierte Diocletianus das ganze Münzwesen. Er führte einen Aureus (Gold zu 5,45 g), einen Argenteus (Silber zu 4,6 g) und eine völlig neue Bronzemünze ( Durchmesser zu Anfang ca. 28 mm), den Follis, ein. Die Abbildungen auf der Rückseite der Münzen wurden auf wenige Typen reduziert, die Portraits auf den Vorderseiten im Sinne des Kaiserkultes stilisiert. Alle Münzstätten (Rom, Lyon, Trier, Nicomedia, Antiochia, Alexandria u.a.) kennzeichneten die Münzen durch Buchstaben und Zahlen nach Ausgabeort, Werkstatt und Emission.


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