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Römische Kaiserzeit, Crispus, Caesar, Follis 320, st

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Produktbeschreibung

Crispus, Caesar 317-326. AE-Follis 320 Siscia. Kopf r. mit Lorbeerkranz IVL CRISPVS NOB C / CAESARVM NOSTRORVM Kranz um VOT X, Mzz. ASIS Kornähre. RIC 169; stempelfrisch

Zusatzinformation

Gebiet 1 Römische Kaiserzeit
Regent Crispus, Caesar
Regierungszeit 317-326
Nominal Follis
Prägezeit 320
Münzstätte Siscia
Material AE
Erhaltung stempelfrisch
Katalog RIC 169
Gewicht 3,12 g
Artikelnummer 55019

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Historisch-Numismatische Hintergrundinformationen


Crispus, Caesar

Crispus

Unglücklicher Sohn eines großen Vaters, von diesem zum Tode verurteilt und hingerichtet: FLAVIUS JULIUS CRISPUS war der älteste Sohn Constantins I. Er stammte von dessen erster Frau Minervina, einer Jugendliebe, von der Constantinus sich trennte, als er Fausta, die Tochter des Kaisers Maximinianus Herculius heiratete. Wahrscheinlich wurde Crispus um 300 in Arles geboren.

Als ältester der vier Söhne Constantins betrachtete man ihn als den eigentlichen Thronerben. Sorgfältig, unter anderem von dem berühmten Rhetor und Philosophen Lactantius, erzogen, wurde er schon mit 17 Jahren (317) zusammen mit seinem jüngeren Halbbruder Constantius II. und Licinius II., dem Sohn des Licinius I. und einer Sklavin, zum Caesar erhoben.

Crispus

Mit den erfolgreichen Kämpfen gegen die Germanen im westlichen Teil des Reiches (320 - 323) löste er die ihm vom Vater gestellte militärische Aufgabe.

Während des Krieges gegen Licinius I. (224) vertraute ihm Constantinus die Flotte an. Mit seinem siegreichen Angriff auf feindliche Schiffe öffnete er den Hellespont, ermöglichte seinem Vater den Übergang über den Bosporus nach Kleinasien und schuf damit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Belagerung von Byzanz und für die Kapitulation von Licinius I. Crispus wurde vom Hof, der Armee und dem Volke bewundert; man sah in ihm das lebendige Abbild des Vaters, ja ein Geschenk des Himmels, d.h. seine Popularität konkurrierte mit der des Vaters.

Als die Eifersucht des Vaters auf seinen Lieblingssohn geweckt war, setzte eine üble Intrige gegen den Prinzen ein. Wie es scheint, wurde er von seiner Stiefmutter Fausta beschuldigt, ihr nachgestellt und so die Ehre Constantins und seiner Familie verletzt zu haben. Auch wurden wohl Befürchtungen wegen einer Verschwörung des Crispus und seiner Freunde laut. Im Jahre 326 beging Constantinus in Rom sein 20-jähriges Regierungsjubiläum. Er ließ seinen Sohn vor sich bringen und verhörte ihn kurz. Bitten der Verwandten nutzten nichts. Crispus wurde verurteilt und von Rom nach Nola (in Istrien) gebracht und dort vergiftet. Freunde des Crispus fanden ebenfalls den Tod.

Später wurden die Lügen Faustas, die wohl den Thron für ihre Söhne sichern wollte, entdeckt. Sie musste daraufhin ebenfalls sterben. Die Familientragödie war perfekt. Constantinus trauerte 40 Tage. Er soll seinem Sohn eine Goldstatue mit folgender Inschrift errichtet haben: Für meinen Sohn, den ich ungerecht verurteilt habe.

Zur Münzgeschichte: Von Crispus gibt es fast nur Bronzemünzen, die in Rom und den anderen Reichsmünzstätten geprägt wurden. Sein Portrait fällt je nach Münzstätte recht unterschiedlich aus.


© MÜNZHANDLUNG RITTER 2017