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Römische Kaiserzeit, Severus II., Caesar, Follis, ss

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Produktbeschreibung

Severus II., Caesar 305-306. AE-Follis 20 mm Siscia. Kopf r. mit Lorbeerkranz FL VAL SEVERVS NOB C / GENIO POPVLI ROMANI Genius l. mit Füllhorn opfert aus Schale; Mzz. SIS. RIC 170a; sehr schön, grüne Patina mit Auflagen

Zusatzinformation

Gebiet 1 Römische Kaiserzeit
Regent Severus II., Caesar
Regierungszeit 305-306
Nominal Follis
Münzstätte Siscia
Material AE
Erhaltung sehr schön
Erhaltungszusatz grüne Patina mit Auflagen
Katalog RIC 170a
Gewicht 2,29 g
Durchmesser 20 mm
Artikelnummer 68581

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Historisch-Numismatische Hintergrundinformationen


Severus II., Caesar

Severus II.

Die Herrschaftszeit Severus II. fällt in die Epoche der von Diocletianus initiierten Regierungsform der Tetrarchie, eines Kollegiums von vier Männern. Zwei Augusti regierten das Reich gemeinsam, zu ihrer Unterstützung wählten sie zwei Caesares, die nach der gemeinsamen Abdankung zum Augustus aufsteigen sollten. Nach der Abdankung der ersten Augusti am 1.Mai 305 übernahmen Constantius I. und Galerius dieses Amt. Galerius ernannte FLAVIUS VALERIUS SEVERUS in Mailand zum Caesar und betraute ihn mit der Verwaltung von Italien und Afrika.

Severus II.

Leider berichten die antiken Quellen nur wenig über Severus II. Er stammte aus Illyrien, war niederer Herkunft und hatte sich in der Armee in den Offiziersrang hochgedient. Die Ernennung zum Caesar verdankt er sicherlich nicht nur dem Umstand, dass er ein Zechkumpan des Galerius war - wie uns einige antike Schriftsteller berichten. Er muss sich während seiner Militärlaufbahn Meriten erworben haben, die ihn zu diesem wichtigen Amt befähigten. Als Constantius I. im Juli 306 unerwartet starb, rückte Severus jedenfalls zum Augustus auf. Die Ernennung Constantinus I., Sohn des Constantius, zum Caesar erwies sich dagegen als unglücklicher Schachzug. Zweifellos war er für dieses Amt prädestiniert und die Soldaten standen hinter ihm - aber Galerius überging damit Maxentius, den Sohn des abgedankten Maximianus. Maxentius reagierte mit einem Staatsstreich und ließ sich im Oktober 306 in Rom den Kaiserpurpur antragen.

Severus erhielt von Galerius den Auftrag, den Aufstand im Keim zu ersticken. Von seiner Hauptstadt Mediolanum (Mailand) aus zog Severus gegen Rom. Dort befand sich mittlerweile Maximianus Herculius, der seinen Altersruhesitz verlassen hatte, um seinem Sohn beizustehen. Die Soldaten des Severus jedoch sträubten sich, gegen ihren ehemaligen Herren zu kämpfen, verweigerten Severus die Gefolgschaft und liefen zu Maxentius über. Die Arbeit von “Undercover-Agenten” und massive Geldgeschenke sollen den Seitenwechsel zusätzlich unterstützt haben. Mit wenigen Getreuen floh Severus nach Norden. In Ravenna musste er sich seinen Gegnern ergeben. Maximianus selber bewog ihn zum “freiwilligen” Verzicht auf die Kaiserwürde - und schonte sein Leben. Einmal noch wurde er den Bürgern Roms in der Siegesfeier des Maxentius gezeigt, dann internierte man ihn in einem Gebäude nahe der Via Appia.

Severus II.

Maxentius und sein Vater glaubten, in Severus eine Geisel gegen einen Einmarsch des Galerius nach Italien zu haben. Dieser nahm allerdings keine Rücksicht auf seinen ehemaligen Mitregenten und zog gegen Rom. Severus war damit nutzlos und wurde am 16.Sept.307 ermordet. Seine letzte Ruhe fand er im Grabmal des Gallienus an der Via Appia.

Zur Münzgeschichte: Münzen für Severus wurden in allen zu seiner Regierungszeit tätigen Münzstätten des Reiches geprägt. Gold- und Silbermünzen sind ausgesprochen selten, das vorherrschende Nominal ist der leicht silberhaltige Follis im Gewicht von ca. 10g - das Hauptzahlungsmittel seit der Münzreform des Diocletianus. Daneben wurden Follis-Teilstücke ausgegeben, die den Herrscher mit Strahlenkrone oder mit Lorbeerkranz zeigen. Das genaue Wertverhältnis dieser Münzen zueinander kann bis heute noch nicht sicher festgestellt werden.

Da Severus während seiner kurzen Herrschaftszeit vom Caesar zum Augustus aufstieg, wechselten auch die Titulaturen auf den Münzvorderseiten. Die bis zum August 306 geprägten Münzen bezeichnen ihn als “NOB C” (Nobilissimus Caesar), die späteren geben meist seine volle Titulatur an: IMP(erator) SEVERUS P(ius) F(elix) AUG(ustus). Nur Rom prägte keine Münzen für Severus als Augustus - in der Hauptstadt des Reiches hatte Maxentius das Heft übernommen.


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